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Sonntags fahr ich doch nicht …

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Nach über sieben Monaten der Vorbereitung, mit Dauerdiät, Verzicht auf mein geliebtes Bier, mit sonntäglichem Yoga, Krafttraining, Lauftraining und manchmal auch Radfahren, war es am Samstag endlich soweit, Start bei den 24 Stunden von Duisburg.
Nach anfänglichen kleinem Chaos beim Start, mit kurzer Einführungsrunde und erneutem Aufstellen, ging es dann aber doch endlich los.
Ganz zu Beginn ging es mir erst einmal darum, mein Tempo zu finden, „Ziel 24h zu fahren“.
In den ersten Stunden ging es richtig gut voran. Das Tempo war gefunden und so ging es Runde um Runde auf dem mehr als staubigen Kurs. Auch Tage später knirscht der Staub noch zwischen den Zähnen  Fahrtechnisch bietet Duisburg bekanntermaßen nicht allzu viele Schwierigkeiten, was nichts daran ändert, dass man trotzdem ununterbrochen und permanent konzentriert bleiben muss. Das der Kurs trotz alledem seine Tücken hat, beweisen immer wieder die Sirenen der Rettungsfahrzeuge, die uns ein ständiger Begleiter waren.
Irgendwann wurde es dunkel, Licht musste angebracht werden, ich nutze die Gelegenheit, der Kette eine gehörige Portion Öl zu spendieren, die Züge und das Schaltwerk mit etwas Brunox zu verwöhnen, die Trikottaschen wieder mit Gels zu befüllen und ein paar Ärmlinge für die Nachtstunden anzuziehen. Mit 34 Minuten war dies am Ende auch meine längste Runde. Ein paar Minuten ließ ich beim Flaschen- Befüllen und am Verpflegungsstand, regelmäßig liegen. Die Melone und die Butterschnittchen und die Gemüsebrühe waren aber auch einfach zu lecker!! ;-)
So drehte ich Stunde um Stunde meine Runden, verbesserte mich Platz um Platz, irgendwann registrierte ich im vorbeifahren, dass ich auf dem 5. Platz lag. Dies gab mir noch einmal einen richtigen Schub und die inzwischen etwas nachlassende Motivation und Kraft kehrten zurück.
Dann der Morgen, immer noch fahrend und immer noch relativ gut unterwegs, na klar tat es hier und da schon weh, nicht nur ich, sondern auch mein Scott zeigte die ersten Auflösungserscheinungen, lag ich auf einmal auf dem dritten Platz. Peer, mein direkter Konkurrent, war wohl in einem Moment der Unachtsamkeit gestürzt.
So langsam verließ mich dann irgendwann die Kraft. Jede Runde, jede Steigung wurden zur Qual und daran änderte sich auch nicht mehr all zu viel. Der Moderator teilte dem Publikum und damit auch mir bei jeder Zieldurchfahrt mit, daß mir mein Verfolger Peer, der inzwischen wieder unterwegs war, in jeder Runde 2 Minuten abnahm. Und auch wenn ich versuchte schneller zu sein, es ging einfach nicht. Dabei konnte mir nicht einmal mehr ein „PowerShot“ von AM Sport helfen. Irgendwann hatte Peer mich dann eingeholt, wir plauderten noch ein wenig, dann musste ich ihn aber ziehen lassen.
24 Stunden, 59 Runden, 501 km, 30 Gels, 10 Riegeln, 20 Trinkflaschen, unzähligen Butterschnittchen und Melonenstückchen später, stand ein für mich sensationeller vierter Platz zu Buche. Und wenn es auch etwas platt klingen mag, ich habe keinen dritten Platz verloren, sondern einen vierten Platz gewonnen.

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